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Netzfreischalter: Funktion, Grenzen, Einbau
Ein Netzfreischalter trennt einen Stromkreis von der Netzspannung, wenn kein Gerät mehr Strom braucht. Was er leistet, wo seine Grenzen liegen und warum der Einbau in die Hände eines Elektrofachbetriebs gehört.
Wie ein Netzfreischalter arbeitet
Auch wenn alle Lampen und Geräte ausgeschaltet sind, stehen die Leitungen in den Wänden unter 230 Volt Wechselspannung. Dadurch entsteht ein niederfrequentes elektrisches Wechselfeld, das sich mit einem NF-Messgerät in V/m messen lässt. Ein Magnetfeld entsteht dagegen nur, solange Strom fließt.
Ein Netzfreischalter, auch Netzabkoppler oder Feldfreischalter genannt, wird in der Unterverteilung einem Stromkreis vorgeschaltet. Er erkennt, wann kein Verbraucher mehr Strom zieht, und trennt den Stromkreis dann von der Netzspannung. Wird ein Gerät oder eine Lampe eingeschaltet, erkennt er den Bedarf und schaltet die Spannung automatisch wieder zu.
Die Überwachungsspannung
Damit der Schalter bemerkt, dass ein Verbraucher eingeschaltet wurde, legt er im freigeschalteten Zustand eine geringe Gleichspannung auf die Leitung. Eine Gleichspannung erzeugt kein Wechselfeld, sondern nur ein statisches elektrisches Feld. Wie hoch die Überwachungsspannung ist und welche Restwelligkeit sie hat, steht im Datenblatt des jeweiligen Geräts.
Ob der Stromkreis tatsächlich freigeschaltet ist, prüfen Sie am einfachsten mit einem NF-Messgerät. Das elektrische Wechselfeld am Messpunkt sollte deutlich zurückgehen, sobald der letzte Verbraucher ausgeschaltet ist.
Welche Stromkreise sich eignen
Ein Netzfreischalter ist für Stromkreise gedacht, in denen zeitweise kein Gerät laufen muss, typischerweise die von Schlafräumen. Ungeeignet sind Kreise mit Kühl- und Gefriergeräten, Heizungs- und Lüftungstechnik, Alarmanlagen, Router oder anderen Geräten, die dauerhaft Strom brauchen.
Die Leitungen in einem Raum gehören außerdem oft nicht nur zu einem Stromkreis. Durch Wände und Decken laufen auch Leitungen benachbarter Räume oder anderer Etagen. Finden Sie deshalb zuerst per Messung heraus, welche Stromkreise am Messpunkt zum elektrischen Feld beitragen: Schalten Sie die Sicherungen nacheinander aus und beobachten Sie den Messwert.
Standby-Geräte verhindern das Abschalten
Der Schalter trennt nur, wenn wirklich kein Verbraucher mehr Strom zieht. Geräte im Standby, Netzteile in der Steckdose, Radiowecker, beleuchtete Schalter, Bewegungsmelder oder elektronische Trafos können das verhindern. Der Stromkreis bleibt dann unter Spannung, ohne dass Sie es bemerken.
- Standby-Geräte über eine schaltbare Steckdosenleiste vollständig vom Netz trennen.
- Ladegeräte und Netzteile nach dem Laden aus der Steckdose ziehen.
- Beleuchtete Schalter und elektronische Dimmer vom Elektrofachbetrieb prüfen lassen.
- Geräte, die dauerhaft laufen müssen, auf einen anderen Stromkreis legen lassen.
- Nach jeder Änderung messen, ob der Kreis tatsächlich freischaltet.
Was ein Netzfreischalter nicht kann
Ein Netzfreischalter wirkt nur auf das elektrische Wechselfeld des Stromkreises, den er schaltet. Auf hochfrequente Funksignale hat er keinen Einfluss, ebenso wenig auf Felder aus anderen Stromkreisen, aus der Nachbarwohnung oder von Leitungen außerhalb des Hauses.
Sobald Sie im freigeschalteten Kreis eine Lampe oder ein Gerät einschalten, liegt wieder Netzspannung an und es fließt Strom. Dann sind elektrisches und magnetisches Feld wie gewohnt vorhanden. Bei Magnetfeldern aus der Installation hilft vor allem Abstand.
Einbau nur durch einen eingetragenen Elektrofachbetrieb
Ein Netzfreischalter wird in der Unterverteilung montiert, also in der elektrischen Anlage hinter der Hausanschlusssicherung. Für Arbeiten an dieser Anlage gilt § 13 Abs. 2 der Niederspannungsanschlussverordnung (NAV): Außer dem Netzbetreiber darf sie nur ein Installationsunternehmen ausführen, das in ein Installateurverzeichnis eines Netzbetreibers eingetragen ist.
Gegenüber dem Netzbetreiber ist nach § 13 Abs. 1 NAV der Anschlussnehmer für die ordnungsgemäße Anlage verantwortlich. Bauen Sie einen Netzfreischalter deshalb nicht selbst ein, sondern beauftragen Sie einen eingetragenen Elektrofachbetrieb. Er prüft auch, ob die vorhandene Installation für den Einbau geeignet ist.
Vorgehen in der Praxis
Messen Sie zuerst das elektrische Feld an den Orten, an denen Sie sich lange aufhalten, und finden Sie heraus, welche Stromkreise dazu beitragen. Klären Sie dann mit dem Elektrofachbetrieb, welche Kreise sich freischalten lassen und welche Geräte umziehen müssen.
Messen Sie nach dem Einbau unter denselben Bedingungen erneut. So sehen Sie in Zahlen, wie stark sich das elektrische Wechselfeld am Messpunkt verändert hat.