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Abschirmung planen: Erst messen, dann gezielt reduzieren
Eine Abschirmung kostet Zeit und Geld. Mit einem klaren Ablauf aus Messen, Quellen finden, Reduzieren und Nachmessen setzen Sie Maßnahmen nur dort ein, wo sie messbar etwas verändern.
Die Ausgangslage
Nach Einschätzung des BfS bieten die gesetzlichen Grenzwerte ausreichend Schutz. Dort, wo sich Menschen regelmäßig aufhalten, werden die Grenzwerte der 26. BImSchV für Mobilfunk-Sendeanlagen laut BfS in aller Regel um mehrere Größenordnungen unterschritten. Abschirmungen gehören deshalb nicht zu den vom BfS empfohlenen Maßnahmen.
Das BfS empfiehlt aber Vorsorge: die persönliche Exposition gering halten, etwa durch Abstand und das Abschalten unnötiger Quellen. Wer darüber hinausgehen möchte, trifft eine persönliche Entscheidung und sollte sie auf Messwerte stützen.
Schritt 1: Bestandsaufnahme
Messen Sie hochfrequente Felder und bei Bedarf niederfrequente elektrische und magnetische Felder an den Orten, an denen Sie sich lange aufhalten: Schlafplatz, Schreibtisch, Sofa. Messen Sie zu verschiedenen Tageszeiten und notieren Sie Ort, Gerät, Einstellung und Wert.
Diese erste Messung ist die Referenz für alles Weitere. Ohne sie lässt sich später nicht sagen, ob eine Maßnahme etwas verändert hat.
Schritt 2: Quellen identifizieren
Schalten Sie eigene Quellen nacheinander aus und beobachten Sie den Messwert: WLAN-Router, Repeater, DECT-Basisstation, Smart-Home-Zentralen, Bluetooth-Geräte. Bei NF-Feldern schalten Sie die Sicherungen einzeln aus. So trennen Sie eigene Quellen von solchen, die von außen kommen, etwa dem WLAN der Nachbarn oder einer Mobilfunk-Basisstation.
Mit einem richtungsempfindlichen HF-Messgerät finden Sie außerdem heraus, aus welcher Richtung externe Signale eintreten: durch das Fenster, die Außenwand oder die Wand zur Nachbarwohnung. Das ist die wichtigste Information für eine spätere Abschirmung.
Schritt 3: An der Quelle reduzieren
Maßnahmen an der Quelle sind meist einfacher und günstiger als jede Abschirmung. Das BfS nennt dafür unter anderem: Abstand vergrößern, unnötige Quellen abschalten, ein als strahlungsarm gekennzeichnetes DECT-Telefon mit aktiviertem ECO-Modus nutzen und Ruhezeiten für den WLAN-Router festlegen.
Messen Sie nach jeder Änderung erneut. Nicht selten zeigt sich dabei, dass eigene Geräte in der Nähe einen großen Teil des Messwerts ausmachen.
- WLAN nachts per Zeitschaltung im Router abschalten oder bei Nichtbenutzung automatisch abschalten lassen.
- Feste Geräte wie PC, Fernseher oder Spielkonsole per Netzwerkkabel statt per WLAN anbinden.
- DECT-Telefon im ECO-Modus betreiben, damit die Basisstation ohne Gespräch kein Dauersignal sendet.
- Router und DECT-Basisstation nicht direkt neben Schlafplatz oder Schreibtisch aufstellen.
- Das Smartphone nachts in den Flugmodus schalten oder außerhalb des Schlafraums ablegen.
- Netzteile und Verlängerungskabel vom Bett fernhalten.
Schritt 4: Nur dort abschirmen, wo es nötig ist
Bleiben danach Werte, die Sie weiter senken möchten, und kommen sie von außen, kommt eine Abschirmung infrage. Wählen Sie das Material nach der Fläche, durch die das Signal eintritt: Abschirmfarbe oder Vlies für Wände und Decken, Folie oder Abschirmstoff für Fenster, ein Baldachin mit Bodenmatte für den Schlafplatz.
Leitfähige Flächen an Wänden und Decken müssen geerdet werden, den Anschluss übernimmt ein Elektrofachbetrieb. Planen Sie die Schwachstellen gleich mit, denn eine gestrichene Wand verändert wenig, wenn das Signal durch ein unbehandeltes Fenster kommt. Dämpfungsangaben in dB sind Herstellerwerte für bestimmte Frequenzen und Prüfbedingungen.
Schritt 5: Nachmessen
Messen Sie nach der Abschirmung an denselben Punkten, mit demselben Gerät und denselben Einstellungen. Vergleichen Sie die Werte mit Ihrer Ausgangsmessung und prüfen Sie, ob Fenster, Türen oder Kabeldurchführungen Lücken lassen.
Kontrollieren Sie mit einem NF-Messgerät auch die Erdung: Vor einer korrekt geerdeten Fläche sollte das elektrische Feld nicht höher sein als vor der Maßnahme. Halten Sie die Ergebnisse fest, damit Sie spätere Veränderungen erkennen.
Smartphone und abgeschirmte Räume
Eine Abschirmung dämpft Signale in beide Richtungen, also auch die Verbindung zwischen Smartphone und Basisstation. Bei schlechtem Empfang sendet ein Smartphone stärker, und nach BfS-Angaben kann die Exposition der Nutzerin oder des Nutzers in einem abgeschirmten Gebäude dadurch steigen.
Telefonieren Sie deshalb außerhalb abgeschirmter Räume und lassen Sie das Smartphone dort nicht mit aktivem Mobilfunk liegen. Im Flugmodus sind die Mobilfunkverbindungen abgeschaltet. So bleibt die Wirkung der Abschirmung erhalten, die Sie gemessen haben.